Birdieblog
Immer auf dem neuesten Stand

Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben lässt nicht nur bei Logistik-Jobs noch zu wünschen übrig

Im Home Office fällt die Trennung von Privat und Arbeit oft noch schwerer. (Foto-Quelle: Fotolia)

Arbeit, Familie und private Interessen unter einen Hut zu bringen, stellt viele Berufstätige vor große Herausforderungen. Das geht aus dem DGB-Index Gute Arbeit Report 2017 hervor. Der Report gibt Aufschluss darüber, welche Faktoren die Vereinbarkeit befördern oder beeinträchtigen können.

 

Die Ergebnisse des DGB-Index Gute Arbeit Report 2017 zeigen: Vereinbarkeitsprobleme hängen mit der Qualität der Arbeitsbedingungen zusammen. Wer bei der Arbeit häufig emotionalen und psychischen Belastungen ausgesetzt ist, berichtet häufiger von erschöpfungsbedingten Schwierigkeiten. Zeitliche Probleme, Arbeit und private Interessen in Einklang zu bringen, sind bei Beschäftigten besonders häufig, die nachts oder am Wochenende arbeiten, wie in einigen Logistik-Jobs üblich. Wenig überraschend ist, dass auch überlange Arbeitszeiten von mehr als 48 Wochenstunden wie bei LKW-Fahrern mit stärkeren Beeinträchtigungen einhergehen. Die Befunde der bundesweiten Repräsentativerhebung basieren auf den Angaben von knapp 5000 abhängig Beschäftigten aller Alters-, Branchen- und Beschäftigungsgruppen. 

Die geschlechtsspezifische Dimension der Vereinbarkeit zeigt sich vor allem bei den Beschäftigten, die Kinder oder pflegebedürftige Personen betreuen. Hier zeichnet sich ein traditionell geprägtes Geschlechterarrangement ab, in dem erwerbstätige Frauen deutlich mehr Sorgearbeit leisten als Männer. Eine Voraussetzung dafür ist die hohe Teilzeitquote bei Frauen: Etwa die Hälfte der befragten weiblichen Beschäftigten arbeitet weniger als 35 Stunden pro Woche. Fast drei Viertel der teilzeitbeschäftigten Frauen geben als Grund an, sich dadurch besser um familiäre Aufgaben kümmern zu können.

Überraschend ist, dass Beschäftigte, die von zu Hause aus arbeiten, über eine schlechtere Vereinbarkeit von Arbeit und privaten Interessen berichten, als diejenigen, die nicht im Home Office arbeiten. Dass das Home Office in den Augen der Beschäftigten kein Selbstläufer für eine bessere Vereinbarkeit ist, zeigt sich auch daran, dass sich nur 22 Prozent der Befragten mehr Möglichkeiten wünschen, von zu Hause aus zu arbeiten. Wesentlich stärker ausgeprägt ist der Wunsch nach einer Begrenzung des Arbeitstags. Dies würde für 55 Prozent der Beschäftigten die Vereinbarkeitssituation verbessern.

Diese und viele weitere Zahlen finden Sie im DGB-Report 2017, der unter dem folgendem Link zum Herunterladen bereitsteht:

DGB-Index Gute Arbeit - Der Report 2017 Mit dem Themenschwerpunkt Vereinbarkeit (PDF, 3 MB)